Zwischen Kult und Kino

Willkommen zu kulturellen Entdeckungen und Auseinandersetzungen zwischen Wirklichkeit und Visionen. Wir laden ein zu Reisen, Reportagen, Reprisen und Reaktionen. Ich freue mich, wenn Ihr teilnehmt und teilhabt. Anregungen, Kommentare und Ergänzungen sind willkommen.

Bilder – Bildwelten – Weltbilder

FILMKRITIK Bilder bewegen, informieren, inspirieren, verführen und manchmal wirken sie nach. Sie dokumentieren, wiederspiegeln oder widersprechen. Im Herbst fliessen neue Filme in Überfülle in die Kinos. Manche Kleinode gehen in dieser Sturmflut verloren.
Der Schweizer Bruno Moll ist den Spuren des Malers Frank Buchser nachgegangen. «The Song of Mary Blane» (Bild) heisst seine filmische Annäherung an einen Abenteurer, Künstler, Indianer- und Frauenfreund. Wir sprachen mit Bruno Moll, der entdeckte, dass der Maler in geheimer Mission unterwegs war (zum Interview). Aufmerksamkeit verdient auch die bizarre Wüstenparabel «Le miracle du Saint Inconnu» aus Marokko – in karger Wüstenlandschaft mit kargen Dialogen. Erzählt wird eine Geschichte zwischen Wahn und Wirklichkeit. Es geht um Beute, ein Mausoleum und um einen unbekannten Heiligen. Ein Sozialdrama mit Galgenhumor ist der französische Film «Les invisibles». Frauen helfen Frauen, flössen Menschen, die aus der Bahn wurden, neues Selbstvertrauen und Stolz ein. Erinnert werden soll auch an den revolutionären Modefotografen Peter Lindbergh. Er hat Models zu Stars gemacht und Frauen mit der Kamera geliebt. Der Dokumentarfilm «Peter Lindbergh – Women's Stories» legt davon Zeugnis ab.


Die Gründer und Organisatoren Nadja Schildknecht und Karl Spoerri haben mit ihrem Kino-Event einen Gipfel erklommen und werden sich 2020 zurückziehen. Das 15. Zurich Film Festival (26. September bis 6. Oktober) verspricht ein «Fest fürs Kino – Ein Fest für alle», bietet über 170 Filme, Gala-Premieren, Wettbewerbe, Welt-Sichten oder Master-Talks. Kein Festival ohne Awards: In diesem Jahr werden Roland Emmerich, Kristen Stewart und Cate Blanchett (Bild) mit Golden Eyes geehrt. Mehr….

FILMHINTERGRUND Geboren in Beckenried, aufgewachsen in Altdorf und in Zürich heimisch geworden, der Filmemacher Fredi M. Murer hat die Schweizer Filmgeschichte mitgeprägt. Seine Fiktion «Grauzone» hat visionäre Kraft, sein «Höhenfeuer» ist ein Meisterwerk, sein «Vitus» eine Hommage an Bruno Ganz. Der Innerschweizer wird am Filmfestival Locarno mit einem Leoparden für sein Lebenswerk geehrt. Wir trafen den «visionären Poeten» in seinem Refugium in der Zürcher Altstadt. Ein Gespräch übers Filmen gestern und heute, Erwartungen, Erfahrungen, Enttäuschungen und Ehrungen. Zum Gespräch

KULTUR AUF DER SPUR Sie ist seit über 30 Jahren aktiv als Künstlerin, Ausstellerin, Autorin und Filmerin. Die Zürcherin Anka Schmid zeigte gezähmte wilde Frauen im Dokumentarfilm «Wild Women – Gentle Beasts». Sie schuf 2017 den widerborstigen Filmessay «Haarig». Ihre bewegten Bilder sind auch nun in Händen zu halten – zwischen Buchdeckeln. Ein furioses Sammelwerk mit vielen Geschichten vom feinsten Körperteil: «Haarig! Revolte, Magie, Erotik». Ein Lese- und Schauvergnügen. Weiterlesen…

FILMHINTERGRUND Daniel Rohr leitet seit 15 Jahren das Theater Rigblick, Zürich. Eine Erfolgsgeschichte. Der Schauspieler, Regisseur und Autor steht wechselweise vor den Kameras, auf und hinter der Bühne. Daniel Rohr (Foto: Toni Suter/T+T) ist Teamleiter, Kraftquell und leidenschaftlicher Kulturakteur. Zurzeit probt er an einem neuen Geniestreich: «Tribute to Woodstock», einer Musikperformance anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des legendären Musikfestivals «3 Days of Peace & Music». Jenes gigantische Ereignis der Hippiebewegung von 1969, das beinahe zur Katastrophe geworden wäre. Zum Interview

KULTUR AUF DER SPUR Die Titel ihrer Bücher und Filme sind so anregend und appetitlich wie die Geschichten selber. Ob Dampfnudel, Knödel oder eben Leberkäs – bei den Provinz-Krimis der Bayerin Rita Falk (Bild) spielt das Essen immer eine Rolle, aber auch der Schalk, das Schräge, die Kontroverse und mindestens eine Leich'. Zehn Krimis in zehn Jahren und nun die sechste Verfilmung in den Kinos: «Leberkäs Junkie» Franz Eberhofer ermittelt wieder mit viel Schmäh, Schrulligkeit, Schnaps und Bier. Wir trafen die Autorin in Zürich. Weiterlesen…

 
REPORTAGE Die älteste Stadt Deutschlands liegt an der Mosel: Trier in Rheinland-Pfalz. Bereits zu römischen Zweiten war sie eine Metropole, vor über 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet. Sie birgt nicht nur zahlreiche Zeugnisse römischer Baukultur wie die Porta Nigra oder die Kaiserthermen, sondern bietet auch bacchantische Genüsse, sprich Moselwein. Hier begegnet man dem grossen Denker und Kapitalisten Karl Marx, aber auch einem Gladiator oder einem Zenturio. Kommen Sie mit auf Entdeckungstour in Trier.

FILMHINTERGRUND Seit zehn Jahren spielt er den Shakespeare-Helden «Hamlet». Zum 200. Mal wütet er als «Richard III.» auf derselben Bühne. Lars Eidinger ist Deutschlands Topschauspieler. Nun verkörpert der Berliner den Dramatiker Bertolt Brecht im «Mackie Messer»-Film und tourt auf einem Mofa durch Deutschland: Die Roadkomödie «25 km/h» ist ein Kino-Schelmenstück. Ein Porträt.

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September 2019

FILMKRITIK Der Sommer lockt nicht nur mit vielen Openair-Veranstaltungen, wo meistens Reprisen und bewährte Hits laufen, sondern schwemmt jede Menge neue Filme ins Kino. Vor fast zwanzig Jahren ging ein russisches U-Boot auf Grund. Ein privates wie auch politisches Drama und Tragödie: «Kursk». – Geht das gut? Ein Journalist der groberen Art wird von einer US-Aussenministerin als Ghostwriter angeheuert: «Long Shot», eine romantische Komödie mit Charlize Theron. – Peter Jackson («Lord oft the Rings») ist tief in die Archive der BBC und des Imperial War Museums gestiegen und hat alte Aufnahmen belebt. So entstand die aussergewöhnliche Dokumentation über Männer im Ersten Weltkrieg: «They Shall Not Grow Old». – Wohnraum ist in Grossstädten zum Problem geworden: «Push – Für das Grundrecht auf Wohnen», eine globale Recherche. – Raus aus der Stadt und rein ins Land. John und Molly Chester (Bild) haben einen verödeten Landstrich bei Los Angeles in ein Paradies verwandelt: «The Biggest Little Farm». Eine Begegnung mit dem Farmer und Filmer. – Oder haben Sie vielleicht Lust auf eine Reise in die römische Geschichte, dann steuern Sie doch Trier an, die älteste Stadt Deutschlands – eine Reportage zwischen Marcus, Marx und Mosel. Schauen Sie rein!

EINBLICKE Die 17. Ausgabe des Internationalen Festival für Animationsfilme in Baden ist so abwechslungsreich wie die Welt und Phantasie. In sechs Tagen (3. bis 8. September) werden über 300 Kurz- und Langfilme aus aller Welt aufgeführt. Ein thematischer Schwerpunkt bilden Filme über Aufbruch, Migration und Heimat, dazu kommen Wettbewerbe, Make-offs, Begegnungen (Bild: «Retrospective Joanna Priestley»). Weiterlesen…

EINBLICKE Neue Besen kehren gut, sagt man. Doch man sagt auch, gut Ding will Weile haben. Die neue Direktorin Lili Hinstin startete ambitioniert, übersah aber, dass Locarno seine eigenen Charakter hat. Ihr fehlt (noch) das Feeling für das Piazza-Programm und für Schweizer Filme. Die wurden eher stiefmütterlich behandelt, obwohl ein Schweizer den Ehren-Leopard für sein Lebenswerk erhielt: Fredi M. Murer war zwar präsent, seine Filme und Zeichnungen wurden aber an den Rand gedrängt. Zum Bericht



Juli 2019

EINBLICKE Alljährlich im August schaut die Filmwelt auf die Stadt am Lago Maggiore. Nachdem der künstlerische Leiter Carlo Chatrian dem Ruf nach Berlin gefolgt ist, hat die Pariserin Lili Hinstin (im Bild mit Festivalpräsident Marco Solari) die Direktion des Filmfestivals Locarno übernommen. Annähernd 130 Filme werden aufgeführt. Die neue Direktorin scheut kein Risiko, ihr Piazza-Programm ist denn auch eher auf Cineasten, denn auf ein breites Publikum zugeschnitten. Höhepunkt dürfte Tarantinos «Once Upon a Time … in Hollywood» sein. Ausserdem: Wettbewerbe, Cineasti del presente, Panorama Suisse, die Retro «Black Light», die Semaine de la Critique feiert die 30. Ausgabe, und Fredi M. Murer erhält einen Leoparden für sein Lebenswerk. Lesen Sie mehr.

REPORTAGE Ihre Mauern erzählen Geschichten und Geschichte. Eine Reise nach Rheinland-Pfalz führt unweigerlich zu den romanischen Domen von Speyer, Worms und Mainz. Hier stand Luther (Bild) und konnte nicht anders, protestierten Bürger (Protestanten), liegen Könige und Kaiser, aber auch Helmut Kohl begraben. Eine Entdeckungsreise heute. Eine Entdeckungsreise auf historischen Spuren, aber auch zum ältesten jüdischen Friedhof in Deutschland, zu Marc Chagall und einer Wein-Fundstätte.

Juni 2019

FILMKRITIK In Cannes treffen sich Filmemacher, Produzenten, Verleiher, Cineasten. Dort wird gekauft und entschieden, was demnächst oder später in unsere Kinos kommt. Wir halten uns an die Gegenwart, an Filme, die jetzt schon das Licht im dunklen Saale erblicken. Da wäre beispielsweise eine junge Frau, die ein Kreuz erobert und ein Kreuz mit einer verknöcherten Männergesellschaft hat: «God Exists, Her Name Is Petrunya». Ein trister Fall aus dem englischen Subproletariat: Richard Billingham schildert einen familiären Zerfall in «Ray & Liz». Ein Mann kämpft an vorderster Front gegen die Schliessung einer Produktionsstätte in «En guerre». Sie waren Stars in alten Hollywoodzeiten: Stan Laurel und Oliver Hardy, bei uns bekannt als «Dick und Doof». Jon S. Baird hat die letzten Jahre der Slapstick-Künstler phänomenal rekonstruiert: «Stan & Ollie» (Bild). Schauen Sie rein!

FILMHINTERGRUND Weil ihm die Justiz Gerechtigkeit verweigert, nimmt ein Mann das Recht selber in die Hand und erschiesst einen Grossindustriellen mit dunkler Vergangenheit. Ein Beispiel von Selbstjustiz, den Ferdinand von Schirach in seinem Roman «Der Fall Collini» entwickelt.
Marco Kreuzpaintner (siehe Interview/Hintergrund) hat den Stoff um einen Justizskandal auf die Leinwand gebracht – mit Elyas M'Barek als Anwalt und Franco Nero als Täter (Filmkritik).

Mut machen!

FILMHINTERGRUND Dokumentarfilmer Nino Jacusso hat sich an die Fersen von drei Produzenten geheftet, die alternative Wege suchten und fanden. Der Solothurner drehte «Fair Traders», ein spannendes, nachhaltiges Dokument (siehe auch Filmkritik). Wir trafen ihn in Solothurn zum Interview.



Mai 2019
FILMKRITIK Der Zürcher Reformator Zwingli bewegt auch 500 Jahre nach seinem Antritt als Prediger an der Limmat: Das Publikum strömt ins Kino, 300'000 Besucher wurden gezählt und es werden immer noch mehr. (Filmkritik). Regisseur Stefan Haupt und Jud-Darsteller Anatole Taubman sprechen über die Verfilmung und die Bedeutung des Kirchenmanns (Zu den Interviews). Dieser populäre Spielfilm wurde jedoch beim Schweizer Filmpreis 2019 übergangen. Mehr über den Quartz und eine fragwürdige Preisvergabe in der Rubrik Einblicke. – Ein Besessener macht Theater. Der Zürcher Musenmann Daniel Rohr hat das Theater Rigiblick in 15 Jahren zu neuen Höhen geführt. Ein Gespräch. – Eine Frau bringt den Comic-Helden neue Dynamik: «Captain Marvel». Actionkino und mehr. – Vincent van Gogh, der berühmte Maler, ist kein unbekannter im Kino. Jetzt bietet Willem Dafoe (Bild) eine faszinierende Performance als getriebener Künstler in «At Eternity's Gate». Eine Begegnung mit dem Regisseur Julian Schnabel und seiner Cutterin Louise Kugelberg. Schauen Sie rein!


Zum vierten Mal lädt Einsiedeln im Mai zum Film Festival (EFF). Am Samstag, 11. Mai, werden innovative Kurzfilme aufgeführt, dazu gibt es den Wettbewerb Young Talents und den phantastische Animationsfilm «Loving Vincent» – eine andere Begegnung mit Vincent van Gogh. Grazyna Schweiwiller (Bild) leitet diesen cineastischen Anlass mit Lust und Leidenschaft – in der Cineboxx Einsiedeln. Der Eintritt ist gratis. Weiterlesen…

Wenn aus Nina plötzlich Fatima wird…

Man/frau ahnt nichts Böses, und dann das: Tochter Nina outet sich als Muslima in Wien. Der Vater (Simon Schwarz), inzwischen mit neuer Frau, und Mutter (Caroline Peters) sind überfordert und tun ihr Bestes: «Womit haben wir das verdient?» Regisseurin und Autorin Eva Spreitzhofer (Bild) erzählt, wie es zu ihrer Culture-Clash-Komödie kam, warum ein Kopftuch nicht nur ein Kleidungsstück ist und Toleranz ihre Grenzen hat. Zum Interview

Ein Paar lässt sich nicht aufhalten:
«Immer und ewig»

Die Basler Filmerin Fanny Bräuning (43) hat ihre Eltern auf Camperreisen im Mittelmeerraum begleitet. Ein schwieriges Unterfangen, denn ihre Mutter Annette (70) ist seit Jahrzehnten vom Hals abwärts gelähmt und ihr Vater Niggi (71) Mädchen für alles – Fahrer, Tüftler, Fotograf, Pfleger und fürsorglicher Ehemann (Bild). «Immer und ewig» (siehe Filmkritik) – ein sehr persönlicher Film und Dokument einer Liebe. Er wurde in Solothurn mit dem Prix de Soleure ausgezeichnet. Zum Interview mit Fanny Bräuning.



März 2019
FILMKRITIK Die Baslerin Fanny Bräuning (Zum Interview) hat ihre Eltern auf Reisen im Mittelmeerraum begleitet. Der Vater steuert den Camper, die Mutter ist gelähmt: «Immer und ewig». – Die Tochter konvertiert zum Islam: «Womit haben wir das verdient?» fragt die Mutter und Regisseurin Eva Spreitzhofer (Zum Interview). – Wenn ein Weisser einen schwarzen Pianisten durch die Südstaaten kutschiert – siehe «Green Book». – Eine Frau tritt aus dem Schatten ihres Mannes, eines Nobelpreisträgers: Glenn Close brilliert in «The Wife» – oscarverdächtig. – Eine Frau schreibt sich frei: «Colette» wurde zur Kultfigur der französischen Literaturgeschichte. Der sinnliche Film mit einer brillanten Keira Knightley. – Zwei Rivalinnen buhlen und kämpfen um die Gunst einer Königin: «The Favourite» (Bild) – Favorit im Oscar-Rennen. – Die Vielfalt des Saatguts hat dramatisch abgenommen. Wie konnte es dazu kommen? Der Dokumentarfilm «Seed» klärt auf. – Ein Schwarzweissfim im neorealistischen Stil entstand in Mexiko. «Roma» erzählt vom Leben eines Hausmädchen in Mexico City um 1971, ausgezeichnet mit dem Golden Löwen von Venedig und dem Golden Globe. Schauen Sie rein!


Januar 2019
FILMKRITIK Bilder bewegen. Worte auch, wie das Beispiel Zwingli zeigt, dem Zürcher Reformator. Er bewegt 500 Jahre nach seinem Antritt als Prediger an der Limmat die Kinowelt. Regisseur Stefan Haupt und Jud-Darsteller Anatole Taubman sprechen über die Verfilmung und die Bedeutung des Kirchenmanns, der die katholische Kirchenmacht erschütterte (Zu den Interviews). – Eine Frau schreibt sich frei: «Colette» (Bild) wurde zur Kultfigur der französischen Literaturgeschichte. Ein sinnlicher Film mit einer brillanten Keira Knightley. – Die Vielfalt des Saatguts hat dramatisch abgenommen. Wie konnte es dazu kommen? Der Dokumentarfilm «Seed» klärt auf. – Ein Schwarzweissfim im neorealistischen Stil entstand in Mexiko. «Roma» erzählt vom Leben eines Hausmädchen in Mexico City um 1971, ausgezeichnet mit dem Golden Löwen von Venedig und dem Golden Globe. Schauen Sie rein!

EINBLICKE Alljährlich laden die Solothurner Filmtage zum Entdecken und Wiedersehen ein. 165 Kurz- und Langfilme, neue, aktuelle und alte, werden aufgeführt – vom 24. bis 31. Januar 2019. Ein Trend lässt sich herauslesen: Viele Filme fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Befindlichkeiten und Beziehungen. Eröffnet werden die 54. Filmtage mit Aaron Nicks Dokumentarfilm «Tscharniblues II» (Bild). Weiterlesen…

FILMHINTERGRUND Nach dem Luther-Jahr 2017 steht 2019 ein Zwingli-Jubiläum an. Am 1. Januar 1519 trat Huldrych Zwingli das Amt des Leutpriesters am Grossmünsterstift in Zürich an. Der Zürcher Stefan Haupt (Bild) dreht einen Kinofilm über den Protestanten, Revolutionär und Reformator. Zwinglis zwölf Zürcher Jahre stehen im Fokus des Spielfilms. Ihm, seinem Team und der Filmproduktion C-Films ist es gelungen, die Verantwortlichen von Kirche und Stadt Zürich zu überzeugen, das Grossmünster für Dreharbeiten einige Wochen zu sperren, und weiter ging's zu Dreharbeiten nach Stein am Rhein.

FILMHINTERGRUND Nach dem Luther-Jahr 2017 steht 2019 ein Zwingli-Jubiläum an. Am 1. Januar 1519 trat Huldrych Zwingli das Amt des Leutpriesters am Grossmünsterstift in Zürich an. Der Zürcher Stefan Haupt drehte einen Kinofilm über den Protestanten, Revolutionär und Reformator. Zwinglis zwölf Zürcher Jahre stehen im Fokus des Spielfilms (Zur Filmkritik) Wir sprachen mit dem Regisseur Haupt und Anatole Taubman (Bild), der Zwinglis Wegbegleiter und Mitstreiter Leo Jud spielte. Zu den Interviews.



Dezember 2018

FILMKRITIK Wir sind am Ball beziehungsweise an der Kamera, im Film. Wussten Sie, dass Lars Eidinger, der Top-Schauspieler Deutschlands, nun zum 200. Mal als «Richard III.» in der Schaubühne Berlin wütet, als Bertolt Brecht sein «Mackie Messer» verfilmen will und zusammen mit Bjarne Mädel auf dem Moped durch Deutschland tuckert («25km/h»)? Barbara Auer steht nicht nur in der «Nachtschicht» ihre Frau, sondern auch am Scheideweg im Beziehungsdrama «Was uns nicht umbringt». Weitere packende Ein- und Aussichten etwa zum fatalen Missbrauch der Sozialen Medien in «Liquid Truth» (Bild); zu aufbegehrenden Rockmusikern in Leningrad Anfang der Achtzigerjahre in «Leto»; zum umweltkriegerischen «Woman at War» aus Island, zum unbekannten Countrybarden «Blaze» aus Texas, zur unsterblichen «Bohemian Rhapsody» mit Queen oder zum Klon-Abenteuer «Genesis 2.0» vom Schweizer Christian Frei. Spannend. Schauen Sie rein!


FILMHINTERGRUND Sabine Boss realisiert ein neues Filmprojekt. «Manager» heisst der Spielfilm, ein Schweizer Businessdrama um zwei Alphatiere, das im nächsten Jahr in unsere Kinos kommen soll. Inzwischen sind die Dreharbeiten in der Schweiz abgeschlossen. Die Hauptrollen spielen Stefan Kurt und Ulrich Tukur. Weiterlesen…

FILMHINTERGRUND Ihre Figuren sind meist stille Menschen, die ihr Leben ertragen, sich ereifern, sich entscheiden müssen. Die in Konstanz geborene Barbara Auer ist eine markante Schauspielerin im Fernsehen, in der ZDF-Krimireihe «Nachtschicht» (Bild) beispielsweise oder in Kinofilmen wie «Vakuum» oder «Transit». Barbara Auer, in Konstanz geboren, ist nun zu sehen im Beziehungsdrama «Was uns nicht umbringt». Ein Gespräch.



Oktober 2018

EINBLICKE Das Motto «Ein Fest fürs Kino. Ein Fest für alle» hat sich bewährt. Die Leiter des Zurich Film Festival (ZFF), Nadja Schildknecht (Interview) und Karl Spoerri, gehen gestärkt ins 14. Jahr. Über 160 Produktionen werden während elf Tagen über die Leinwände flimmern (27. September bis 7. Oktober). Stars zieren und veredeln das Festival – von Judi Dench (Golden Icon) über Donald Sutherland (Lifetime Achievement Award), Johnny Depp bis zu Florian Henckel von Donnersmarck, Julian Schnabel und Wim Wenders. Die Direktorin Nadja Schildknecht erklärt ihr Erfolgsprinzip. Mehr…

FILMHINTERGRUND Wer bin ich, wer will ich sein? Mit sich selbst eins sein, ist ein Wunsch, ein Ziel, ein Lebensziel, dem viele nachstreben, sich danach sehnen oder sich verlieren. Filme greifen solche Themen immer wieder auf. Drei neuere Beispiele: «Madame Hyde», «Au revoir la-haut» (Bild) und «Lola Pater». Mehr…

FILMHINTERGRUND Sönke Wortmanns jüngstem Kinowerk «Der Vorname» liegt das französische Theaterstück von Alexandre de La Patellière und Matthieu Delaporte «Le Prénom» zugrunde. Nun hat der Nordrhein-Westfale Wortmann (59) mit «Der Vorname» eine treffende ironische Gesellschaftskomödie in der Art eines Kammerspiels inszeniert, in der es deftig und geistreich zur Sache geht. Zum Interview mit Sönke Wortmann…

FILMHINTERGRUND Wer zählt die Rollen, die Serien und Filme, in denen der Bayer mitgewirkt hat? Elmar Wepper (74) steht seit über 60 Jahren vor der Kamera, überwiegend fürs Fernsehen («Zwei Münchner in Hamburg»). Vor zehn Jahren schaffte er als Charakterdarsteller den Kinodurchbruch in Doris Dörries «Kirschblüten – Hanami». Nun spielt der «eingebürgerte Münchner» den grantigen Gärtner Schorsch, dem das Wasser bis zum Halse steht, der seinen alten Doppeldecker besteigt und abhebt. Die Roadromanze heisst «Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon». Lesen Sie mehr…



August 2018

FILMKRITIK Bilder bewegen. Davon legen einige neue Kinofilme Zeugnis ab. Wim Wenders beispielsweise hat den Papst intensiv interviewt und dessen Worte illustriert, dokumentiert und mit eigens gedrehten Filmaufnahmen über Franz von Assisi erweitert in «Papst Franziskus»; der Pariser Fotokünstler JR und die belgische Filmerin Agnès Varda haben sich zusammengetan, haben Menschen abgelichtet und auf riesigen Postern dokumentiert in «Visage Villages» (Bild); Elvis lebt im Roadmovie «The King» und wird zur Fallstudie der amerikanischen Gesellschaft; ein amerikanischer Rodeoreiter, schwer verunfallt und ausser Gefecht gesetzt, spielt sich im Spielfilm «The Rider» selber; Fotografie ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Profis wissen davon ein Lied zu singen in «Shadow Thieves», ein Dokumentarfilm von Felix von Muralt. Filme nahe an der Wirklichkeit mit Bildern von gestern und heute. Spannend.

EINBLICKE Treffen der Internationalen Animationswelt in Baden: Zum 16. Mal präsentiert sich in den dortigen Kinos das Festival Fantoche – vom 4. bis 9. September 2018. Insgesamt werden über 200 Filme aufgeführt, 185 Veranstaltungen an 14 Locations angeboten. (Bild: «Eden», Julie Caty, FR 2017 – HORS CONCOURS 1 – FANTOCHE 2018) Lesen Sie weiter…

EINBLICKE Der künstlerische Leiter Carlo Chatrian verlässt Locarno Richtung Berlin. Er hat in seinen sechs Amtsjahren das Festival gefestigt und zuletzt auch ein grosses Publikum angelockt, zumindest auf der Piazza Grande, dem schönsten Freilichtkino Europas, wenn nicht gar der Welt. Bei der 71. Ausgabe (1. bis 11. August 2018) lagen die Publikumszahlen leicht unter denen vom Jubiläumsjahr 2017, nun wurden rund 155 000 Zuschauer und Zuschauerinnen offiziell gezählt, davon allein 61 000 auf der Piazza Grande. Es gab Enttäuschungen und Entdeckungen wie den Dokumentarfilm «Walking on Water» über Christos (Bild) Projekt «The Floating Piers». Locarno71 sei Publikumserfolg und reiche Ausgabe gewesen, meinte der scheidende Chatrian. Frauen waren markant vertreten, sei es als Filmerinnen oder als Filmthema wie in «Les Dames» oder «#Female Pleasure». Mehr…


Locarno Festival: Neue Leiterin aus Paris

Wie angekündigt, hat nun der Verwaltungsrat des Locarno Festivals die Nachfolge von Carlo Chatrian bestimmt, der an die Berlinale berufen wurde. Die Pariserin Lili Hinstin (41, Bild) wird offiziell die künstlerische Leitung des Filmfestivals am 1. Dezember 2018 übernehmen, aber bereits sofort an den Vorbereitungen der Ausgabe 72 teilhaben.
Lili Hinstin leitet seit 2013 das Entrevues Belfort – Festival International du Film, war 2005 bis 2009 an der Französischen Akademie in Rom tätig und von 2011 bis 2013 stellvertretende Leiterin des Festivals Cinéma du Réel in Paris.
Festivalpräsident Marco Solari unterstreicht: «Lili Hinstins Profil entspricht genau unseren Ansprüchen an die künstlerische Leitung des Locarno Festivals» und meint weiter «Unser nächstes Ziel ist die 75. Festivalausgabe. Wir wollen im Jahr 2022 ein Festival feiern, welches, ohne seine Geschichte zu verleugnen, fähig ist, die gesellschaftlichen Veränderungen vorwegzunehmen.»


Juli 2018

EINBLICKE Die Filmwelt blickt an den Lago Maggiore. Nach dem Jubeljahr 2017 beschäftigt eine Frage in Locarno: Wer wird Nachfolger des künstlerischen Leiters Carlo Chatrian (Bild), der 2019 dem Ruf nach Berlin folgen wird? Der Turiner Carlo Chatrian, der im Aostatal lebt, war sechs Jahre lang künstlerischer Leiter am Filmfestival Locarno. Er wird ab 2019 diese Funktion an der Berlinale übernehmen.
Das Programm ist breit gefächert mit leichter Kost auf der Piazza Grande und schweren Brocken im Wettbewerb. Entdeckungen und Wiedersehen garantieren die Sektionen Fuori Concorso, Cineasti del presente, Signs of Life, Open Doors oder Pardi di domani. Die Retrospektive ist Leo McCarey, Vater von Laurel & Hardy (Dick und Doof), gewidmet.


Mai 2018

Zeit der Frauen

FILMKRITIK Im Frühjahr spült stets eine Riesenwelle neuer Filme ins Kino – etwa überflüssige Remakes wie «Death Wish», Sequels wie «Tomb Raider», knallige Comic-Action wie «Black Panther» oder hirnlose US-Party-Streifen. Unser Interesse gilt den Aussenseitern, Studiofilmen, gesellschaftsrelevanten Auseinandersetzungen oder beeindruckenden Porträts. Auffallend viele starke Frauenfilme bereichern das Kinoprogramm: «Clara Haskill» beispielsweise über eine fast vergessene Pianistin, «Barbara» (Bild) über die Chanson-Sängerin und Komponistin Monique Andrée Serf, «Maria Magdalena» über die treueste Jüngerin Jesu, «Film-Stars Don't Die in Liverpool» über die Hollywood-Diva Gloria Grahame oder «3 Tage in Quiberon» über Romy Schneider, der Film, der just siebenmal mit dem Deutschen Filmpreis Lola ausgezeichnet wurde.

FILMHINTERGRUND Bei den Filmfestspielen in Berlin wurde er neben der Schweizerin Luna Wedler und anderen europäischen Schauspielern als «Shooting Star» gefeiert, der älteste unter den jungen: Franz Rogowski (32) aus Freiburg i.Br. Der Schauspieler mit leichtem Lispeln wurde just mit dem Deutschen Filmpreis Lola belohnt – als Gabelstapler «In den Gängen». Ein Interview.
FILMKRITIK Anna Seghers Roman «Transit» handelt von Flüchtlingen um 1940. Regisseur Christian Petzold hat die Geschichte in die Gegenwart verlagert. Er spielt mit den Zeiten, doch die Lage bleibt gleich. Im Grunde geht es unabhängig von historischen Umständen um Entwurzelung und Flucht, Liebe und Verlust. Eine tragende Rolle spielt Franz Rogowski als Flüchtling Georg, der sich im «Transit» verliert.
EINBLICKE Bei der 68. Verleihung des Deutschen Filmpreises im Palais am Funkturm Berlin überstrahlte ein Film alle anderen: «3 Tage in Quiberon», ein Schwarzweissfilm, ist ein speziell deutscher Fall und erhielt sieben «Lolas». Regisseurin Emily Atef liess Romy Schneider aufleben. Marie Bäumer (Bild) verkörperte den tragischen Star perfekt. Überraschend erhielt der Dokumentarfilm «Beuys» zwei Lolas.

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ÜBERSCHRIFT 1